Sonntag, 29. März 2015

Anna Rossinelli - how do we make it?

Die Crowdfunding Plattform www.wemakeit.com berichtet stolz, dass sie seit 2012 über 1000 Projekte realisiert, und eine Erfolgsquote von 70% habe.
So weit so gut. Nun darf hier also jeder und jede seine CD-Produktion oder sein Musikvideo oder was auch immer fördern lassen. Aber wenn Anna Rossinelli 50'000sFr sammeln will, geht ein Aufschrei durchs Land: Obszön! Geh was rechtes Arbeiten! etc. Dass ein Grossteil der Geldes gesammelt wird mit einer effektiven Gegenleistung (von der Gitarrenstunde bis zum Privatkonzert), wird von den kritischen Stimmen ignoriert.

Also das Trio "Seltenüechtern" oder die Partyband "Ten Beers After" können um Geld betteln, aber einem Profi schallt die grosse Empörung entgegen? Ist das der Grund? Ist es unanständig um Geld zu bitten wenn es um ein kommerzielles Projekt, bzw um Profis geht?




Ich habe mich ein bisschen umgeschaut auf anderen Crowdfunding-Plattformen.

Das System war ursprünglich für Startups gedacht. Da sollen Ideen gefördert werden, welche keine klassischen Investoren finden (wollen), aber trotzdem von grossem ideellem oder praktischem Wert sind.
Ich hab mal nachgeschaut, in was man da so Geld verschenken  kann - der Unterschied zum Investor ist ja, dass dieser seine Kohle mit Gewinn zurückbekommt. Crowdfunding ist der virtuelle Opferstock für Idealisten, die Kohle ist weg, a-fonds-perdu, wie man so schön sagt.

Da gibts zum Beispiel ein Springseil, das sich mit dem Iphone verbindet und Daten via Bluetooth sendet, ein sogenanntes Wearable. Diese Idee hat schon 123'000 USD gesammelt.
Dann fand ich auch noch eine innenbeleuchtete Handtasche mit USB Anschluss (60'000 usd gesammelt), oder mein Liebling: Das schwimmende Plastikkörbli für die Avocadozucht zuhause, das hat auch schon fast 70'000 sFr beisammen.
All diese Produkte kann man dann am Schluss käuflich erwerben. Im besten Fall wird der Erfinder reich und berühmt, den Gönnern bleibt der Genuss des Mäzenentums en miniature.




Man kann also eigentlich für jede Idee sammeln, je kommerziell aussichtsreicher, desto besser. Aber wenn das Schweizer Profimusiker machen empören sich alle?

Ich möchte hier ein paar Dinge aus meiner Sicht klarstellen. Musiker in unseren Breiten rutschen langsam aber sicher ins Prekariat ab, und wir sprechen hier von den Profis, nicht von den musizierenden Lehrern oder Juristen etc.

Mit Ferien oder dergleichen hat Annas Trip nichts zu tun. Der Betrag ist für so ein Vorhaben eher M-Budget statt S-Klasse. Wenn 100'000 sFr für den Film vorgesehen sind, dann bleiben 80'000 sFr für die 5 Kulturschaffenden in diesen, sagen wir, 5 Monaten. Das sind 3'200 sFr pro Monat pro Person. Jetzt mal ernsthaft, das würde bei einem grossen Teil von uns nicht einmal die Fixkosten zuhause decken in dieser Zeit.
Wenn ich also Anna Rossinelli eine Frage stellen würde, dann wäre das ganz einfach: Wie macht ihr sowas mit diesem schmalen Budget.

Wieso machen denn Profis eine Bettelaktion? Hier ein paar Fakten:

Die CD Verkäufe in der Schweiz sind in den letzten 15 Jahren um 75 % zurückgegangen.Viel Musik wird gratis aus dem Internet konsumiert. Das ist ein Problem. Aber das noch grössere Problem ist, dass die Tantiemen der kommerziellen Streamingdienste wie Spotify eher symbolischer Natur sind, wenn man nicht gerade Taylor Swift oder Rhianna heisst.


Die Urheber bekommen bei Spotify ca 0.007 USD pro Play. Anna Rossinelli hätte also knapp 8 Millionen Plays gebraucht für die 50'000 Stutz. 
Zum Vergleich: Rihanna ist diese Woche in den Spotify Swiss Top 50 auf Platz 1 - mit 90'000 Plays.
Die einzigen Einheimischen sind übrigens auf Platz 28: Lo & Leduc, mit 33'000 Plays. Die haben aber richtig Asche gemacht diese Woche, ganze 231.- USD. 

Nun gibt es ja noch die heimischen Radios. Ein substantieller Teil unserer Radio- und Fernsehgebühren gehen zur SUISA (in Deutschland GEMA) und werden so den Künstlern weitervergütet. Dumm nur, wenn das heimische Schaffen nicht gespielt wird. Dann wandern die Gebührengelder halt auch zu Taylor Swift und Rhianna und Co.

Nun kommt die obligate Huhn /Ei Frage: Ist einheimische Musik schlechter? Wird deswegen weniger gespielt und bekommt darum auch weniger vom Kuchen? Oder gibts zu wenig radiophone einheimische Musik, weil es sich schlicht nicht lohnt, darin zu investieren?

Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass ich keinen einzigen Schweizer Musiker kenne, der diesen Beruf aus monetären Gründen gewählt hat. Alle, die ich kenne, haben es trotz der finanziellen Risiken gewagt. Und ich kenne einige, die entweder gescheitert sind oder in irgendeiner Form von privaten Gönnern und Spendern abhängig geworden sind. Dass Anna Rossinelli sich entschliesst, ein Crowdfunding zu starten ist nur die logische Konsequenz der Umstände. Dass sie es versucht hat möglichst fluffig zu präsentieren war vielleicht der Fehler, da es den Anschein geweckt haben könnte, es gehe hier ums Spass haben. Gehts wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich geht es darum, weiter von dieser brotlosen Kunst leben zu können.


Samstag, 21. März 2015

Recording Vocals- Take 3: Achtung, Aufnahme!

Heute gehts mal ans Eingemachte.
Wer jetzt noch weiterliest, ist selber schuld, ich habe alle gewarnt:-)

Wie nehme ich Gesang am besten auf?
Was braucht es dazu? Welche Fehler sollte man möglichst vermeiden?

Wer wirklich meint, im Studio hinters Mischpult oder vors Mikro zu gehören, der/die sollte sich dieses Video in voller Länge geben. Was siehst du auf dem Video? Mach ein paar Notizen über deine Beobachtungen.  (Jetzt gibt er auch noch Hausaufgaben, der Tonmaistää...)

https://www.youtube.com/watch?v=P3hW3HukKhg



Wer sich tatsächlich die ganzen 10 Minuten nicht langweilt, darf diesen Berufswunsch ernsthaft in Betracht ziehen. So geht das nicht zehn Minuten, sondern Stunden, Tage, Wochen. Aber in den meisten Fällen eben nicht mit den Michaels dieser Welt, sondern eher mit den Anne-Grets von nebenan. Wer wegen den VIPs ins Geschäft will, sollte Anlageberater oder privat Banker werden. Für mich als Tonmeister macht es überhaupt keinen Unterschied, ob Michael oder Anne-Gret vor dem Mic steht - das Ziel ist immer, die beste Performance einzufangen. Ich finde das in jedem Fall ein Traumberuf.


Was sehe ich darauf?

1. Das Talent! Michael Jackson, wie er arbeitet. Fantastisch. Wir erinnern uns, Fokus! Sobald das Band läuft (JAAA, DAS BAND!!) - schnipp, der Michael geht auf Sendung,  jede Pore singt mit, fühlt mit.  Band aus - Sendepause. On/Off! Immer locker, aber voller Kontrolle, trotzdem verspielt.

2. Ein grosser Raum. Wer auch immer behauptet hat, Gesang nähme man in kleinen Räumen auf, irrt. Je grösser der Raum desto besser.
Man kann tricksen mit Absorbern etc. Man kann auch Gesang gut in kleinen Räumen aufnehmen, das ist aber viel schwieriger. Ein akustisch guter Raum ist durch nichts zu ersetzen, schon gar nicht mit Equipment oder Plug-ins.

3. Das wohl beste Mic, das AKG je gebaut hat. C12. Gibts nicht mehr zu kaufen ausser extrem teuer auf Ebay  (bitte nicht verwechseln mit dem AKG C 12 VR)
Man kann mit vielen Mics eine gute Gesangaufnahme machen, aber es gibt nur wenige, die IMMER gut klingen - sich also für jede Stimme eignen. Das C 12 gehört dazu. Das Neumann U47 und das Neumann M49 gehören auch dazu, meiner bescheidenen Meinung nach. Diese Liste ist nicht abschliessend. Aber wenn ich nur drei Typen auswählen müsste, ich würde mir die drei wünschen, am liebsten als mint maitched pairs :-) Mikrophonporno...

4. Der Popschutz: Da würde ich bescheiden behaupten hat sich noch etwas getan in den letzten 30 Jahren. Ich benutze eigentlich am liebsten gar keinen und wenn, dann eigentlich gerne den hier: . Ein Popschutz hilft auch, den Sänger auf Distanz zum Mic zu halten. Zu nahe beim Mic entsteht häufig ein unausgewogenes Klangbild, es gibt schnell scharfe Sssss und es besteht eben natürlich auch die Gefahr von Pops durch die Plosivlaute und Windgeräusche. Dazu kommt: Je näher der Sänger am Mic, desto stärker ändert sich der Sound schon bei kleinen Körperbewegunen.
Abgsehen davon mag ich es nicht, wenn meine Mics durch nasse Aussprache in Mitleidenschaft gezogen werden. Deswegen ist der Popschutz ein notwendiges Übel.

5. Der Mix im Kopfhörer. Hier ein kleiner Exkurs:

5a. Das wichtigste zuerst: Keine Latenz. Also keine Verzögerung auf dem Kopfhörer.  Nicht alle Recordingsysteme lassen ein latenzarmes Monitoring zu. Ich behaupte nun einfach einmal, mehr als 2.5 ms ist nicht akzeptabel. Es geht nicht darum, dass man ein hörbares Echo wahrnimmt, sondern es geht darum, dass ein Sänger sich immer einmal direkt über den Kopf und die Knochen (!) hört, und dann nochmals über den Kopfhörer. Je grösser die Latenz, desto mehr Interferenzen entstehen zwischen den beiden Signalen. Langer Rede kurzer Sinn - das will man nicht. Böse, böööse Interferenzen.

5b. Je besser und ausgewogener der Mix, desto einfacher ist es für den Sänger, in den Song einzutauchen. Man muss das also mischen, und zwar so, dass es schon Spass macht, mitzusingen. Ich ziehe mir jeweils auch einen Kopfhörer an und höre exakt dasselbe wie der Sänger, bis er happy ist. Das muss sehr schnell gehen, da ein Sänger seine Spannung vor dem Mic nicht ewig halten kann. Es muss schon gut sein, wenn er den Hörer aufsetzt, und dann kann man noch kurz Korrekturen machen - so wie es MJ am Anfang der Sequenz auch kurz sagt.

5c. Die Lautstärke im Kopfhörer. Ist sie zu hoch verschiebt sich die emfpundene Tonhöhe nach oben, der Sänger wird also zu hoch singen. Nichtsdestotrotz, wenn der Sänger ein hohen Pegel haben will, werde ich ihm den Wunsch nicht ausschlagen.

6. Vocals werden gestackt, sprich mehrmals eingesungen. Dabei wendet der Produzent (Quincy Jones in diesem Fall) eine einfache Methode an, indem er MJ in verschiedenen Distanzen zum Mic singen lässt. Das klingt dann etwas anders und es lässt sich besser mischen. Ist das aussergewöhnlich? Nicht seit den Beatles. Ozzy Osbourne hört man meines Wissens nicht ein einziges Mal mit nur einer Stimme auf einer Aufnahme. Ich würde hier einmal die These aufstellen, dass man in der U-Musik heute fast nie nur eine einzige Stimme hört - mit Ausnahmen wie zum Beispiel Damian Rice. Der typische Rhianna-Sound sind  je 3 Vocals rechts und links und dann nochmals drei in der Mitte. So aufeinander gelegt, dass man sie als eine einzige wahrnimmt.

Noch Fragen? :-)







Montag, 16. März 2015

Fangt schon mal ohne mich an.

Der Albtraum schillert in allen Varianten: Die Show beginnt in 10 Minuten und ich stecke fest - auf der Strasse, im Gemenge, im Zug. Pannen, Stromausfall, Pult abgestürzt etc.

Showtime?

"Jetzt" im Sinne von "¡JEETZT!"



Ich irre auf Feldwegen umher und finde das Open Air nicht. Ich verpasse die Abzweigung und fahre versehentlich auf die Autobahn Richtung Paris - da gehts eine halbe Ewigkeit bis ich wenden kann. Oder stehe auf einmal vor der italienischen Grenze obwohl ich nach Graz gemusst hätte - Abzweigung verpasst, Naviverarschung... you name it...

Die verschärft dumme Variante:
Ich hab mich im Datum geiirt, im Wochentag, im Monat, im Jahr... Anruf: "Wo bist du? Wir haben seit 10 Minuten Soundcheck - "...

Der Albtraum jedes Technikers. Ohne sie keine Show. "Fangt schon mal ohne mich an" ist keine Option.

Man ahnt es. Ich habe nicht geträumt. Nicht ein einziges Beispiel ist erfunden. Aber: Keine Show habe ich verpasst, immer war ich pünktlich bereit. Immer bis auf diese verfickte eine Ausnahme. Ein einziges Mal, da habe ich eine Show verpasst. Einmal. Fuck. Auf ca 3000 Shows. Das macht eine Ausfallquote von 0.03 %.
Kollaterale Schäden wie verpatzte Dates, Stress, Blitzerbussen und Selbsthass: 150%

Ich habe mich in den Jahren zu einer Art Termin-Neurotiker entwickelt. Stehe nachts auf und durchforste Mails mit den Spielplänen und doppelchecke, triplechecke, bin Stunden zu früh auf Platz, plane mit Faktor 2 für den Fahrweg und so weiter.

Zum Krankheitsbild gehört auch noch das "Toolsyndrom": Was ich im Auto mit dabei habe würden andere Leute schon bald als Aussteuer bezeichnen: Vom Werkzeugkoffer über Laptop mit Zubehörtasche, 120 Steckadpater für Kabel, 3 Aufnahmegeräte bis hin zu den "persönlichen Effekten" wie Gummistiefel, Stahlkappenschuhe, Kletterhelm, Antibrumm, Arbeitshandschuhe (wie schon einmal erwähnt) ... es nimmt kein Ende.
All die kleinen Lebensretter füllen den Kofferraum für den Fall der Fälle und jeder dieser Fälle ist bis jetzt einmal eingetreten.
Nur die Leuchtweste und die Latexhandschuhe habe ich noch nie gebraucht - für den Fall dass man nachts bei der Heimfahrt als Erster an eine Unfallstelle kommt. Das ist mir zum Glück noch nie passiert - ausser im Traum.


Freitag, 6. März 2015

Vocal Recording - Take 2: Wie finde ich den richtigen Vocal Coach?

Ich habe bei meinem letzten Blog über Vocalrecording von der inneren Haltung des Sängers und dessen Fokus gesprochen. Eigentlich wollte ich mich im zweiten Teil der Aufnahmetechnik widmen, aber dann fiel mir auf, dass die Probleme eigentlich viel früher beginnen. Wenn der Sänger oder die Sängerin im Studio vor dem Mikrofon steht, dann kann man nur noch sehr wenig Einfluss auf das Resultat nehmen. Wurden falsche Dinge eingeübt, dann bringt man diese jetzt in all der Aufregung gewöhnlich auch nicht mehr weg. Ich spreche weniger von Text und Melodie, sondern von Stimmsitz, Atemtechnik, Phrasierung etc.
Hier kommt nun der Vocal Coach ins Spiel. Die Gesangslehrer üben mit den Sängern in Hinblick auf alle obgenannten Kriterien den Song ein und sind manchmal sogar bei den Aufnahmen mit dabei, um dem Sänger während der Aufnahme Tipps zu geben.
Die Frage ist nun natürlich: Wie finde ich den richtigen Coach? Um das herauszufinden habe ich kurzerhand zwei erfahrene Coaches gefragt: Salome Christiani und Noelle Bobst unterrichten beide Gesang und waren so nett, mir ein paar Fragen zu beantworten.


Ich möchte meine Gesangskünste verbessern, wie gehe ich vor?

SC: Es gibt viel gutes Material auf youtube oder elearning plattformen wie coursera etc. Das Problem dabei ist, dass diese Angebote gezwungenermassen allgemein gehalten werden müssen. Wenn man gezielter arbeiten will bleibt einem nur der Gang zu einem Gesangslehrer.

NB:Als erstes würde ich mir eine Stunde bei einem erfahrenen Gesangs-Coach gönnen. Ein professioneller Coach kann dir nach einer kurzen Kostprobe deines Könnens und nach ein paar Gesangsübungen ziemlich genau sagen was es braucht um auf das nächste Level zu kommen. 

Worauf muss ich achten bei der Wahl des Gesanglehrers?

SC: Das Allerwichtigste ist, dass man sich beim Coach wohl fühlt, da es eine sehr persönliche und individuelle Angelegenheit ist, sich mit der eigenen Stimme auseinanderzusetzen. Über die Stimme kommunizieren wir auf mehreren Ebenen, nicht nur auf der verbalen, sondern natürlich auch auf emotionaler Ebene. Der Stimmsitz ist bei einem Menschen nicht zufällig dort, wo er sich gerade befindet, sondern hat viel mit der eigenen Geschichte, der inneren Haltung und dem Charakter zu tun. An der Stimme arbeiten bedeutet auch an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten.

NB Beim Gesangsunterricht ist es wichtig, dass die Chemie zwischen dir und dem Lehrer stimmt. Wenn man sich nicht wohl fühlst sollte man einen anderen Coach suchen. Aus meiner Erfahrung weiß man nach der ersten Stunde sofort ob es passt!

Inwiefern sind Musikstil, Ziele und Erwartungen, oder aber auch vorangegange Vocaltrainings für die Wahl ausschlaggebend?
 
SC: Es ist wichtig, dass man einen Coach wählt, der im gewünschten Genre zuhause ist. Ein Lehrer mit klassischer Ausbildung ist nicht geeignet um eine Stimme für Popsongs zu schulen und umgekehrt.
Es ist von Vorteil, wenn man nach dem Erwerb der Grundkenntnisse einen Wechesel des Coaches vornimmt, vielleicht auch nur für ein paar Lektionen. Das gibt neue Impulse und erweitert den eigenen Horizont.

Weiter ist auch wichtig zwischen Bühne und Studio zu unterscheiden. Der Lehrer sollte selber Erfahrung im performen haben, nicht nur Unterrichts- oder Studioerfahrung.

NB Natürlich empfiehlt es sich wenn man kontemporäre Stile singen möchte (Pop, Jazz, R'n'b, Rock, Soul, Funk etc) einen Lehrer zu wählen, welcher sich auch in diesem Bereich bewegt. Die Vorkenntnisse spielen insofern keine große Rolle, als dass ein guter Lehrer einem schon bei der ersten Stunde da abholt wo man steht. 
Allerdings habe ich schon öfters erlebt, dass sich Schüler die eine oder andere schlechte Angewohnheit antrainiert hatten, obwohl sie im Einzellunterricht waren. Diese gilt es dann halt wieder auszukorrigieren.
Ich sage immer: Jeder kann singen. Wenn man sprechen kann, dann kann ich auch das Singen beibringen!


Vielen Dank für eure Antworten!

Wer sich über die beiden Coaches informieren möchte, 
findet hier die Webpräsenz von Salomé:

https://www.facebook.com/scuoladicantocanobbio?fref=ts

und von Noelle:

http://www.noelle-bobst.ch/crbst_10.html

 

Montag, 2. März 2015

Dieser Blog ist für'n Arsch

Vergangenen Samstag hatte ich Gesangsaufnahmen im Studio. Die Sängerin beschwerte sich jedoch über ihre Klientel: "Ich kann Selfies machen im Studio, Backstage, an Konzerten - ich kann posten was ich will, aber wenn mein Arsch drauf ist, habe ich im Schnitt zehnmal mehr Views und Likes."

Das lag übrigens nicht an ihrem Gesicht!

Der Tonmeister tut, was er in diesen Momenten immer tut: Er nickt und versucht den Blick auf diesem hübschen Gesicht zu belassen...
Wiedermal verpatzt..., wie auch immer, sie wertete meinen Reflex als Kompliment; da war sie wieder, die Ambivalenz, welcher sich heute wohl die meisten Künstler ausgesetzt fühlen. Aufsehen erregen  - aber zu welchem Preis?
Man versetze sich in die Lage der Madonnas, Kiley Minogues, Miley Ciri oder wie sie alle heissen. Wer möchte allen Ernstes tauschen? Um Musik gehts ja schon lange nicht mehr. Marketing, PR und Werbung sind die Kostenfresser, das Tonstudio nur noch eine Randnotiz im Budget.
Also wenn man "billig" auf ein paar Likes kommen möchte, wieso nicht wieder mal THE ONE AND ONLY URINSTINKT ködern. (Ur-Instinkt, nicht Urin-stinkt, jetz iss aber mal jut, ne!)
Da auch ich noch den einen oder anderen Like gebrauchen könnte, habe ich mich kurzerhand entschlossen, ebenfalls ein Arschpic zu machen. Natürlich nur im Dienste der Bildung und Wissenschaft! Bitte sehr:


Gemacht hat das Foto mein fünfjähriger Sohn, retuschiert ist gar nix! Nicht schlecht für einen 40 alten Arsch, würd ich sagen (und die leichte Überbelichtung in der Bauchgegend hat bestimmt niemand bemerkt) Und nun, wo ich all die Aufmerksamkeit habe - wohin damit? Am besten in ein ernsthafteres Thema: Vocal Coaches, demnächst in diesem Theater.